
“Ey komm raus, ey!” - “Fick disch!” - “Ey du Kind, ja, du bist gemeint, ey”!
Solche Szenen wie diesen Dialogausschnitt kennt man vornehmlich aus den sogenannten Problembezirken, die sich in fast jeder Stadt finden lassen. In regelmäßigen Abständen wagt sich die Meute jedoch aus ihrem Loch und macht an den großen öffentlichen Plätzen Terror.
So geschehen am Freitagabend am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel: Die Türen schließen sich gerade, da springt eine vielleicht 12 Jährige, aufgetakelt wie sonst was, mit Kreolen, die wohl eher als Fahrradreifen eine gute Figur gemacht hätten, in die U-Bahn. Ihr folgt ein Geleit von 5-8 Gleichaltrigen, offensichtlich verschiedenen Nationen Angehörenden, die sich alsdann lautstark in der Bahn breitmachen.
Die Türen versuchen erneut sich zu schließen, bekommen aber schon in diesem Moment wieder einen herben Dämpfer, als weitere Kinder in die Bahn drängen und sich nach dem oben beschreibenen Muster ankreischen.
Dieses Kreischen ist, wie man es bei 11-12 Jährigen erwarten kann, in einer ziemlich hohen Oktavlage anzusiedeln, was einem auf gut Deutsch schonmal ziemlich auf den Sack gehen kann, wenn man weiß, dass man nur noch eine Station fahren will und man eigentlich in zwei Minuten am zielort angekommen ist und jetzt nur durch kreischende vorpubertäre, nuttig gestylte, “Bling Bling Chiquas” aufgehalten wird.
Den Bahnführer ist das Gekreisch wohl auch gegen den Strich gegangen, er jedenfalls kam aus seiner Führerloge und bat die Meute erst freundlich, dann brüllend, den Zug zu verlassen. Die einzige Reaktion, die der Pulk zeigte war ein
“Wer bist du eigentlich, ey!”
Als die Angesprochenen keinerlei Anstalt machten, sich zu verziehen, verzog sich halt der Führer, zurück in seinen Führerstand.
Die dazu passende männliche Hauptschul-5a bis e kam so langsam nachgerückt.
“Eastcoast”, schrie ein höchstens 10jähriger, azu die passende Handbewegung ausführend. Wow, Eastcoast Beuel, du bist schon ein ziiiiiieeemlich harter!
Wir haben uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich ganz gut amüsiert.
Mitlerweile drängten sich locker 50 Kinder in die Bahn, der ganze Bahnsteig stand voll. Es ist beinahe erschreckend zu sehen, wie sich in so kurzer zeit von höchstens 3 Minuten ein so großer Schwarm einfinden konnte.
Erst die Präsenz der Polizei, die der Führer wohl gerufen hatte, ließ die Rotzgören dann doch abmarschieren.
Unseren Wunsch nach einem Warnschuss in die Menge kamen die Männer in Grün dann leider nicht nach.
Unterschichtenfernsehn hat der Generalanzeiger, eine regionale Zeitung, die Unterhaltungsform ala Britt und co. mal betitelt. Ich finde es auch in diesem Zusammenhang ziemlich passend.
Ich habe mich die ganze Zeit ein wenig an den Karnevals-Gassenhauer Heute fährt die 18 bis nach Istanbul (Preview) erinnert gefühlt.